Der CPV-Code (Common Procurement Vocabulary) ist ein EU-weit standardisierter Klassifikationscode zur eindeutigen Beschreibung von Auftragsgegenständen in öffentlichen Ausschreibungen.
Jedem Beschaffungsgegenstand – ob Leistung oder Lieferung – wird ein spezifischer numerischer Code zugeordnet, der eine klare und einheitliche Zuordnung ermöglicht. Die Grundlage bildet die Verordnung (EG) Nr. 213/2008 der Europäischen Kommission, in der Struktur und Bezeichnungen der CPV-Codes festgelegt sind.
Ein CPV-Code besteht in der Regel aus 8 Ziffern plus einer Prüfziffer und ist hierarchisch aufgebaut. Je mehr Stellen genutzt werden, desto genauer wird der Auftragsgegenstand beschrieben.
Bei europaweiten Bekanntmachungen ist die Angabe eines CPV-Codes verpflichtend. Seit dem 25. Oktober 2023 erfolgt diese Angabe ausschließlich über die sogenannten eForms. Diese elektronischen Standardformulare haben die bisherigen Formularsysteme vollständig ersetzt. Unterschiedliche Formularsätze existieren nicht mehr – alle relevanten Angaben, einschließlich des CPV-Codes, müssen in den einheitlichen eForms-Strukturen hinterlegt werden.
Eine vollständige CPV-Code-Liste stellt die Europäische Kommission unter anderem über die Plattform simap.europa.eu zur Verfügung.
Beispiel und Aufbau eines CPV-Codes
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Struktur:
30192000-1 – Bürobedarf
• 30100000 → Bürogeräte
• 30190000 → Bürobedarf
• 30192000 → Spezifisch: Bürobedarf im engeren Sinne
• -1 → Prüfziffer
Je weiter die Ziffernfolge ausdifferenziert wird, desto konkreter ist die Beschreibung des Auftragsgegenstands.
Die Hierarchie eines CPV-Codes ist wie folgt aufgebaut:
• Die ersten zwei Ziffern kennzeichnen den Hauptbereich (Division)
• Die ersten drei Ziffern stehen für eine Untergruppe
• Die ersten vier Ziffern definieren eine Klasse von Leistungen oder Produkten
• Die ersten fünf Ziffern beschreiben eine konkrete Kategorie
• Die weiteren Ziffern (6–8) dienen der feineren Spezifizierung
Mit jeder zusätzlichen Stelle wird der Auftragsgegenstand genauer beschrieben.
Wie finde ich den richtigen CPV-Code?
Um den passenden CPV-Code zu ermitteln, gibt es mehrere Möglichkeiten:
• Recherche über simap.europa.eu
→ Offizielle Plattform mit vollständiger CPV-Code-Liste
• Nutzung von CPV-Listen (PDF oder Online-Datenbanken)
→ Durchsuchen nach passenden Begriffen oder Kategorien
• Orientierung an ähnlichen Ausschreibungen
→ Bereits veröffentlichte Vergaben liefern häufig passende Codes
In der Praxis werden oft mehrere CPV-Codes kombiniert, um einen Auftrag möglichst präzise zu beschreiben (Haupt- und Zusatzcodes).
Bedeutung für Unternehmen und Auftraggeber
Für Unternehmen sind CPV-Codes ein zentrales Werkzeug, um relevante Ausschreibungen effizient zu identifizieren. Durch die gezielte Suche nach bestimmten Codes lassen sich passende Aufträge schneller finden.
Für Auftraggeber ermöglichen CPV-Codes eine standardisierte und vergleichbare Beschreibung von Leistungen. Dadurch wird die Transparenz im Vergabeverfahren erhöht und die Auffindbarkeit der Ausschreibungen verbessert.
Auch bei nationalen Ausschreibungen werden CPV-Codes häufig verwendet, obwohl ihre Angabe hier nicht in allen Fällen verpflichtend ist. Sie dienen auch auf nationaler Ebene der einheitlichen Klassifizierung von Leistungen und verbessern die Auffindbarkeit von Ausschreibungen für Unternehmen.
Ein weiterer Vorteil liegt in der sprachenunabhängigen Struktur der CPV-Codes: Da es sich um ein rein numerisches System handelt, können Ausschreibungen EU-weit einheitlich klassifiziert und leichter automatisiert übersetzt werden. Unternehmen können so auch grenzüberschreitend gezielt nach Aufträgen suchen, ohne die jeweilige Landessprache vollständig beherrschen zu müssen.
Anwendung im Deutschen Ausschreibungsblatt
Im Deutschen Ausschreibungsblatt können CPV-Codes gezielt zur Suche und Filterung von Ausschreibungen genutzt werden. Unternehmen können ihre Recherche so präzise auf bestimmte Leistungsbereiche ausrichten und relevante Vergaben schneller identifizieren.
Häufige Fragen zum CPV-Code
Was bedeutet CPV-Code?
CPV steht für „Common Procurement Vocabulary “. Es handelt sich um ein einheitliches Klassifikationssystem für öffentliche Aufträge in der Europäischen Union.
Wofür wird der CPV-Code verwendet?
Der CPV-Code dient dazu, Ausschreibungen eindeutig zu beschreiben und besser auffindbar zu machen. Unternehmen können so gezielt nach passenden Aufträgen suchen.
Wie ist ein CPV-Code aufgebaut?
Ein CPV-Code besteht aus einer mehrstelligen Zahlenfolge (in der Regel 8 Ziffern) plus einer Prüfziffer. Die Struktur ist hierarchisch aufgebaut und ermöglicht eine immer genauere Spezifizierung.
Sind mehrere CPV-Codes möglich?
Ja, es können mehrere CPV-Codes angegeben werden. Üblicherweise wird ein Hauptcode durch ergänzende Zusatzcodes präzisiert.
Wo finde ich eine CPV-Code-Liste?
Die vollständige CPV-Code-Liste ist online verfügbar, z. B. über die Plattform simap.europa.eu oder als offizielle PDF-Dokumente der EU.
Sind CPV-Codes verpflichtend?
Ja, bei europaweiten Ausschreibungen ist die Angabe verpflichtend. Seit Oktober 2023 erfolgt dies ausschließlich über die eForms.
Weitere Hinweise
Eine vollständige CPV-Code-Liste steht auch als PDF zur Verfügung. Ergänzend dazu kann der NUTS-Code (Nomenclature of Territorial Units for Statistics) zur geografischen Einordnung von Ausschreibungen genutzt werden.