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    Softwareversion: 9.7.7
    Vergabemanager Modellversion: 14.4.1
    Stand: 12/2025

    Leitfaden für nichtförmliche Verfahren

    1. Einleitung

    Das nichtförmliche Verfahren stellt eine Besonderheit innerhalb der eVergabe-Lösung dar. Es handelt sich um einen Workflow, der es den Anwendern erlaubt, Verfahren ohne Inhalte und Beschränkungen des nationalen Vergabehandbuchs abzuwickeln - dabei aber nicht auf den gewohnten Komfort im Hinblick auf die Organisation, Dokumentation und Korruptionsprävention zu verzichten.

    Ob und bis zu welchem Wert ein nichtförmliches Verfahren abgewickelt werden darf, ergibt sich aus den länderspezifischen Rechtsvorschriften sowie der von der Organisation aufgestellten Satzung.

    Beachten Sie, dass dieser Leitfaden ein nichtförmliches Verfahren in der ausgeprägten Form für die eVergabe-Lösung “Vergabemanager” skizziert. Nutzern der eVergabe-Lösung “Vergabeservice” stehen nicht alle der beschriebenen Funktionen zur Verfügung.

    Wir sind bestrebt, alle Inhalte auf dem aktuellen Stand zu halten. Aufgrund kontinuierlicher Weiterentwicklungen der eVergabe-Lösung können die Inhalte dieses Leitfadens abweichen.

    2. Verfahrensmerkmale

    Das nichtförmliche Verfahren weist - abweichend von anderen Workflows der eVergabe-Lösung - einige Besonderheiten auf:

    • Es liegen Vordrucke zu Grunde, die nicht dem VHB Bund entstammen.
    • Es können eigene Teilnahmebedingungen erfasst werden, die als automatisch generierte Anlage in den Vergabeunterlagen abgelegt werden.
    • Die Terminkette kann frei gewählt werden.
    • Die Aufforderung kann öffentlich, durch Einladung oder in einer Kombination aus öffentlich und durch Einladung erfolgen.
    • Die Einladung der Firmen erfolgt rein durch Erfassung des Firmennamens und der E-Mail-Adresse. Die Registrierung einer Firma auf der Plattform vor Versenden der Einladung ist nicht mehr notwendig.
    • Die Angebotsöffnung kann vorzeitig erfolgen.
    • Es sind in allen Verfahrensarten Verhandlungsrunden möglich.

    2.1. Vordrucke / Formblätter

    Nachfolgend finden Sie Muster-Vordrucke, die in den nichtförmlichen Verfahren Anwendung finden. Klicken Sie einen Vordruck an, um diesen als PDF Datei zu öffnen:

    Bauleistungen

    Liefer-/Dienstleistungen

    Die Befüllung der Vordrucke erfolgt in gewohnter Weise direkt über den Workflow innerhalb der eVergabe-Lösung.

    3. Verfahrensdurchführung

    Die Anlage des nichtförmlichen Verfahrens erfolgt über

    • Datei → Neu → Vergabe

    Es stehen Ihnen separate Verfahrensvorlagen für Bau- sowie Liefer-/Dienstleistungen zur Verfügung. Achten Sie zwingend auf die korrekte Wahl der Verfahrensvorlage.

    3.1. Daten des Beschaffungsvorgangs

    Wählen Sie die gewünschte Verfahrensvorlage aus. Folgende Verfahrensarten sind möglich:

    • Direktvergabe öffentlich und mit Einladung
    • Direktvergabe mit Einladung
    • Direktvergabe öffentlich
    • Öffentliche Ausschreibung
    • Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb
    • Beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb
    • Verhandlungsvergabe ohne Teilnahmewettbewerb
    • Verhandlungsvergabe mit Teilnahmewettbewerb

    3.2. Bieterauswahl

    Sofern Sie eine Verfahrensart ausgewählt haben, die eine direkte Einladung von Firmen beinhaltet, müssen Sie in diesem Formular die einzuladenden Firmen tabellarisch erfassen. Dabei sind die folgenden Angaben ausreichend:

    • Firmenname
    • E-Mail Adresse, an die die Einladung / Aufforderung versendet wird
    • Begründung, warum Firma ausgewählt wurde (Kein Pflichtfeld)

    Die Firma muss nicht separat in den Firmenstammdaten / Firmenmanager angelegt sein. Das Versenden eines Einladungscodes im Vorfeld ist bei diesem Prozess nicht mehr erforderlich.

    3.3. Leistungsverzeichnis und Zuschlagskriterien erfassen

    Sofern Sie ein externes Leistungsverzeichnis gewählt haben, erfassen Sie dessen Stammdaten bzw. die losweisen Zuschlagskriterien.

    Sofern Sie das interne Leistungsverzeichnis (Nur bei Liefer-/Dienstleistungen verfügbar) gewählt haben, erfassen Sie an dieser Stelle alle Daten über die Oberfläche des Leistungsverzeichnis-Assistenten.

    3.4. Kostenermittlung und Sicherstellung der Finanzierung

    Innerhalb der Kostenermittlung und Sicherstellung der Finanzierung besteht die Möglichkeit, die Wahl der Direktvergabe zu begründen.

    Sollte der angegebene Schätzwert den für die Verfahrensvorlage zugrunde liegenden EU-Schwellenwert überschreiten, ist eine Fortsetzung des Workflows an dieser Stelle nicht mehr möglich. In diesem Fall legen Sie stattdessen ein förmliches Verfahren an.

    3.5. Termin- und Fristenmanager

    Abweichend zu förmlichen Verfahren sind bei der Planung der Termine keine zwingend einzuhaltenden Mindestfristen hinterlegt. Der Termin- und Fristenmanager prüft lediglich, ob die logische Reihenfolge der Termine beachtet wurde und gibt Hinweise / Warnungen aus, beispielsweise bei Planung eines Termins auf einen Sonn- oder Feiertag.

    3.6. Aufforderung zur Angebotsabgabe

    Tätigen Sie alle notwendigen Angaben zur Befüllung des Vordrucks “Aufforderung zur Angebotsabgabe”.

    3.7. Teilnahmebedingungen

    Die Teilnahmebedingungen können wahlweise als externe Datei oder mittels Freitexteingabe hinterlegt werden.

    Sofern Sie sich für eine Freitexteingabe entscheiden wird eine PDF Datei aus dem eingegebenen / hinterlegtem Text generiert und den Vergabeunterlagen hinzugefügt. Die Eingaben in dem Feld können auf Wunsch individuell für Sie vorbelegt werden. Nehmen Sie hierfür Kontakt zum Support des Deutschen Ausschreibungsblattes auf.

    Sollten Sie keine individuelle Vorbelegungen wünschen, ist das Feld mit Standard-Teilnahmebedingungen vorbelegt. Lesen Sie diese sorgfältig und passen Sie diese an Ihre Gegebenheiten an.

    3.8. Erfassung von Eignungskriterien

    Über die Oberfläche “Fragebogen zur Eignungsprüfung” haben Sie die Möglichkeit, neben den vorgegebenen Prüfkriterien weitere Kriterien zur Auswertung der Eignung von Bietern zu erfassen.

    Bieter haben die Möglichkeit die Angaben zu den Kriterien im Zuge der Angebotsabgabe über einen gesonderten Fragebogen zu erfassen.

    Die Antworten der Bieter werden Ihnen im Zuge der Angebotsöffnung dargestellt.

    3.9. Daten für die Veröffentlichung

    Nichtförmliche Verfahren mit einer öffentlichen Verfahrensvorlage sind standardmäßig auf der Vergabeplattform recherchierbar. Analog zu den förmlichen Verfahren ist optional eine zusätzliche Veröffentlichung in der Fachzeitschrift des Deutschen Ausschreibungsblattes möglich.

    3.10. Zusammenstellen der Vergabeunterlagen

    Überprüfen Sie im Schritt “Zusammenstellen der Vergabeunterlagen”, ob Ihre Unterlagen vollständig und fehlerfrei sind. Fehlende oder fehlerhafte Dokumente können Sie mittels der Funktion des “Rücksprungs” an den jeweiligen Stellen nachpflegen bzw. austauschen.

    3.11. Bekanntmachung

    Tätigen Sie in diesem Schritt alle notwendigen Angaben zur Befüllung der Bekanntmachung.

    3.12. Veröffentlichung

    Nnehmen Sie eine Veröffentlichung an die Plattform des Deutschen Ausschreibungsblattes vor. Eine Veröffentlichung an weitere Plattformen ist in nichtförmlichen Verfahren nicht vorgesehen.

    Sollten Sie eine Verfahrensvorlage mit direkter Einladung von Firmen gewählt haben, neben Sie im Anschluss an die Plattform-Veröffentlichung den E-Mail Versand der Einladungen an die Firmen vor. Klicken Sie hierzu zwingend auf “Direkte Aufforderung per E-Mail verschicken”.

    3.13. Angebotsöffnung und Niederschrift

    Im Zuge der Korruptionsprävention muss die Angebotsöffnung nach dem 2-Personen-Prinzip erfolgen. Hierzu müssen sich zwei Anwender der eVergabe-Lösung jeweils durch Eingabe der persönlichen Passwörter verifizieren. Sofern die zweite Person kein Nutzer der eVergabe-Lösung ist, kann der nicht-personengebundene Nutzer “Verhandlungsleiter Submission” gewählt werden. In diesem Fall denken Sie daran, die zweite Person namentlich auf der Niederschrift zu vermerken.

    Vorzeitige Angebotsöffnung

    Als Besonderheit der nichtförmlichen Verfahren ist es möglich, bereits vor Ablauf der Angebotsfrist die Angebotsöffnung einzuleiten. Beachten Sie, dass dieses Vorgehen in der Vergabeakte dokumentiert wird. Es erscheint ein Warnhinweis, bevor mit der vorzeitigen Angebotsöffnung begonnen wird.

    Entschlüsseln Sie alle elektronischen Angebote und Beantworten die angebotsspezifischen Fragen im Reiter der “Feststellungen”.

    Sofern Papierangebote vorliegen erfassen Sie diese. Gegebenenfalls ist es hierfür notwendig, über den Menüpunkt "Geschäftspartner → Firmenstammdaten" einen Stammdatensatz zu der Firma anzulegen.

    Nach Abschluss der Angebotsöffnung erfolgt die Niederschrift.

    3.14. Angebotsprüfung und -wertung

    Führen Sie die Angebotsprüfung mithilfe der vorgegebenen Prüfkriterien durch. Im Gegensatz zu förmlichen Verfahren gibt es hierbei keinen zwingenden Ausschlussgründe.

    Sofern Sie in der Vorbereitungsphase eigene Wertungskriterien erfasst haben, werden diese ebenfalls in der Prüfmatrix angezeigt.

    Rechnerische Prüfung

    Führen Sie eine rechnerische Prüfung aller Angebote und Lose durch. Abweichungen werden Ihnen in der Übersicht auch prozentual dargestellt.

    Nach Abschluss dieses Arbeitsschrittes erfolgt eine Aktualisierung der Niederschrift um die rechnerisch geprüften Summen.

    Preisvergleich

    Führen Sie einen Preisvergleich der Angebote durch. Sofern es sich um eine losweise Vergabe handelt, wird hierbei jedes Los separat betrachtet.

    Angebotswertung

    Werten Sie die Angebote gemäß der in der Vorbereitungsphase aufgestellten gewichteten Wertungskriterien aus. Sofern es sich um eine losweise Vergabe handelt, wird jedes Los separat ausgewertet.

    3.15. Optionale Verhandlungsrunden

    Unabhängig der gewählten Verfahrensart besteht die Option, nach Prüfung und Wertung der initial abgegebenen Angebote Verhandlungsrunden durchzuführen.

    • Wenn Sie eine oder eine weitere Verhandlungsrunde durchführen wollen, klicken Sie in der Mitte des Bildschirmformulars auf “Neue Verhandlungsrunde”.
    • Wenn Sie keine (weitere) Verhandlungsrunde durchführen wollen, klicken Sie am Ende des Bildschirmformulars auf “Weiter”.

    3.16. Finale Wertung und Vergabevorschlag

    Nach Abschluss der (finalen) Angebotsphase erfassen Sie die finale Wertungssumme für jedes vorliegende Angebot und Los.

    Anschließend führen Sie erneut eine Angebotswertung, wie in Kapitel 3.14. Angebotsprüfung und -wertung beschrieben, durch.

    Anhand der zuvor durchgeführten Wertung wird der Vergabevorschlag (auf Losebene) erstellt und anschließend im Formular “Vergabevermerk - Entscheidung über den Zuschlag” dokumentiert.

    Je nach Verfahrensart und gewählter Tariftreue besteht die Möglichkeit, Informationsschreiben über die beabsichtigte Zuschlagserteilung an die Bieter zu versenden.

    3.17. Zuschlagserteilung und Bieterbenachrichtigungen

    In der finalen Zuschlagserteilung haben Sie letztmalig die Möglichkeit, (auf Losebene) ein vom Vorschlag abweichendes Angebot zu bezuschlagen. Sollte dieser Sonderfall nicht zum tragen kommen, lassen Sie das vom System getroffene Vorbelegung unberührt.

    Bei der Wahl des Zuschlagsschreibens können Sie entweder ein über die eVergabe-Lösung bereitgestelltes Standardformular nutzen, oder den Versand Ihres individuellen Schreibens dokumentieren.

    Versenden Sie die Schreiben an erfolgreiche und unterlegene Bieter in den nachfolgenden Arbeitsschritten.

    3.18. Abschluss und Export der Vergabeakte

    Beachten Sie, das Sie je nach Auftragswert statistische Angaben zu Ihrem Verfahren an das statistische Bundesamt melden müssen. Hierfür steht Ihnen eine optional buchbare Schnittelle innerhalb der eVergabe-Lösung zur Verfügung. Diese ist auch für nichtförmliche Verfahren nutzbar.

    Im letzten Arbeitsschritt exportieren Sie die Vergabeakten und führen diese Ihrem Archiv / Dokumentenmanagementsystem zu. Dokumentieren Sie den Export der Vergabeakte in diesem Schritt, um eine nachgelagerte Löschung der Vergabeakte durch Ihren Löschbeauftragten zu erleichtern.

    4. Optionale Arbeitsschritte

    In nichtförmlichen Verfahren stehen Ihnen für die Bearbeitung von spezifischen Sachverhalten die gewohnten Arbeitsschritte losgelöst der Workflow-Bearbeitung zur Verfügung.

    4.1. Bieterkommunikation

    Die Kommunikation mit Verfahrensteilnehmern erfolgt über den Menüpunkt “Geschäftspartner”:

    • Über den Unterpunkt “Nachrichtenübersicht” haben Sie die Möglichkeit, alle ein- und ausgehende Nachrichten des Verfahrens einzusehen
    • Über den Unterpunkt “Nachricht an Teilnehmer senden” haben Sie die Möglichkeit, einzelnen oder allen Teilnehmern eine Nachricht zukommen zu lassen

    4.2. Abzeichnungs-/Genehmigungsstufen

    Abzeichnungen in nichtförmlichen Verfahren erfolgen analog zu förmlichen Verfahren. Ob und welchen Stellen eine Abzeichnung erfolgt, und welche Person oder Personenkreise diese Schritte durchführen darf wird über den kundenspezifischen Einrichtungsauftrag festgelegt.

    Es besteht die Möglichkeit, die Abzeichnungen in nichtförmlichen Verfahren abweichend Ihrer Konfiguration in förmlichen Verfahren umzusetzen. Nehmen Sie hierfür Kontakt zu unserem Support auf.

    4.3. Aktionen

    Ja nach Verfahrensstand stehen Ihnen über das “Aktionen” Menü verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

    • Abbruch der Vergabe
    • Aufhebung der Vergabe
    • Änderungen der Bekanntmachung / Unterlagen / Lose nach Veröffentlichung
    • Erfassen interner Dokumentationsvermerke
    • Unterlagen von Bietern nachfordern
    • Verlängerung der Bindefrist nach der Angebotsphase
    • Losweise Aufhebung nach der Angebotsphase
    • Angebote losweise ausschließen

    Für eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Aktionen empfehlen wir die Sichtung des Vergabemanager-Leitfadens.

    5. Abschluss

    Alle Angaben in diesem Leitfaden erfolgen ohne Gewähr. Sollten Sie Angaben vermissen oder Rückfragen zu den erklärten Funktionen haben, kontaktieren Sie uns auf den nachfolgend genannten Wegen:

    Deutsches Ausschreibungsblatt GmbH
    Himmelgeister Str. 103-105
    40225 Düsseldorf

    Support unter:
    0211 882738-24
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